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Strahlenschutzziegel
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Strahlenschutzziegel

Als ich wieder mal mit Röntgenstrahlung spielen wollte, auch um meine selbst gebauten Messgeräte zu testen, wurde mir bewusst, dass ich überhaupt keine Abschirmung mehr hatte, da das Blei für andere Zwecke eingeschmolzen wurde. Und da ich ja bereits einen Strahlenschutztresor aus Zement gezimmert hatte, dachte ich mir, ich könnte doch mit dem verbliebenen Portlandzement, dieser wird auch nicht besser und ein Sack kostet nur CHF 4.50, handliche Ziegel machen, die je nach Bedarf eingesetzt werden können. Als Gussform verwendete ich ein kubisches Plasikschächtelchen mit etwa 10cm Kantenlänge, welches ich nur zu etwa 3cm mit Zement füllte. Die Klötze sind mit Stahldraht armiert, um ihnen mehr Stabilität zu geben.

Nach etwa 12h konnte ich den Klotz bereits aus der Gussform nehmen, und einen Neuen giessen. Der frisch ausgeformte Klotz war noch sehr weich, so dass man noch Korrekturen vornehmen konnte, wie Kanten abrunden und etwas abschleifen, dass sie auch nach Etwas aussehen. Anschliessend wurden Rohlinge noch für 36h in einen mit Wasser befeuchteten Plastiksack gepackt, damit sie noch fertig aushärten konnten (Portlandzement bindet nicht nur durch Bildung von Calciumcarbonat).

Anschliessend wurden sie langsam getrocknet und mit gelber Farbe stilecht lackiert.

 

Erste Messungen zeigten eine Abschwächung von ca. 30%  pro Ziegel bezogen auf Cs-137. Auf Ra-226 wurde eine Abschwächung von ca. 45% gemessen, was für Zement eigentlich nicht schlecht ist, will man eine bessere Abschirmleistung, so muss man halt einfach mehrere Ziegel hintereinander verwenden. Und sollten diese icht mehr ausreichen, sollte man sich vielleicht Gedanken machen vielleicht doch auf Blei umzusteigen.

Wichtig bei der Positionierung ist, dass man keine Lücken in die Abschirmung einbaut. Dazu muss man wissen wo die Strahlung entsteht.

In dieser Anordnug wurde 15cm vom Strahlaustritt entfernt 40mSv/h (unkalibriertes Messgerät) gemessen, auf der anderen Seite der Abschirmklötze überschritt nirgens die Dosisleistung 1uSv/h (gemessen mit Gammascout). Also kann man davon ausgehen, dass Zement gegen niederenergische Röntgenstrahlung zuverlässig schützt. Doch auch hier gilt: darf einwenig mehr sein.